Die einzige theologische Frage, die theologieferne Zeitgenossen wirklich interessiert, dürfte die Gretchenfrage sein. „Glauben Sie an Gott?“ Jedem Christenmenschen, Berufschristen allzumal, sitzt Gott unsichtbar und unübersehbar auf der Schulter. So sehr sich Kirche und Theologie immer wieder bemühen, den Unterschied zur säkularen Gesellschaft zu minimieren, um nur ja niemanden zu verscheuchen, so wenig lässt sich ihr entscheidendes Distinktionsmerkmal aus der …
Gastbeiträge für DIE WELT
Wenn die evangelische Kirche wirklich ihrem Namen Ehre machen würde, müsste sie eigentlich ein Ort sein, an dem die Logiken des politmoralistischen Circus Maximus und seiner erbarmungslosen Verurteilung vermeintlich falsch Andersdenkender, Andersglaubender und Anderslebender nicht mehr greifen. Sie müsste vielmehr ein weiter und weitherziger Raum sein, in dem nicht nur Gleichdenkende und Gleichglaubende, Gute und Reine Platz haben. — Lesen …
Alle Jahre wieder will es mir scheinen, als bemächtige sich eine Art Weihnachtsdämon der theologischen Zunft, die in der Zeit vor dem Heiligen Abend über ihren Predigten sitzt. Dieser Weihnachtsdämon hat einen Namen. Er heißt Selbstsäkularisierung und verspricht Aufmerksamkeit durch Anschluss an den entchristlichten Zeitgeist. Und weil das verführerisch ist, suchen viele Predigtschreiberinnen und Predigtschreiber ihr Heiligabendheil in der Flucht …
Am Montag, 10. November erschien auf welt.de ein Kommentar von mir zur Instinktunsicherheit – oder soll man sagen Instinktsicherheit? – der evangelischen Kirche in Sachen Selbstzerstörung. Ich finde ja, dass es schlimmer wäre, die prophetische Zeichenhandlung der Vierersegnung hätte sich in der vermeintlichen Provinz zugetragen. Also dort, wo das Herz der evangelischen Kirche schlägt. Aber Berlin, das ist vernachlässigenswert. Berlin, …
Alle christlichen Feiertage hat das Schicksal ihrer Säkularisierung ereilt. Nur um einen einzigen macht der Zeitgeist einen großen Bogen. Der Karfreitag steht einsam und sperrig im Raum der vitalistischen Ausschlachtung des Kirchenjahres. Der Karfreitag passt nicht ins Bild. Weder ins Bild einer todesflüchtigen Kultur der Lebensintensivierung noch ins Selbstbild derjenigen, die sich spirituelle Rückenstärkung nicht vom Kreuz Jesu, sondern von Krafttraining und …
Heiligabendgottesdienste sind Lackmustests. Erst dann, wenn auch in ihnen gähnende Leere herrscht, ist es vorbei mit dem abendländischen Christentum. Solange die Kirchen am 24. Dezember aber aus allen Nähten platzen, ist die Welt noch in Ordnung. Oder besser gesagt: nicht in Ordnung. Sonst wäre die Sehnsucht nicht so groß, in den Gotteshäusern am Heiligen Abend etwas zu finden, was sich …
Das Jüngste Gericht scheint mega-out. Dabei ist es allgegenwärtig. Die Sehnsucht nach Verurteilung und die Angst davor kann in der Zeit Martin Luthers nicht größer gewesen sein als heute. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass von Gnade und Barmherzigkeit in einer säkularen Welt weit und breit nichts zu sehen und zu hören ist … Ich habe zu diesem Thema einen Gastkommentar …
https://www.welt.de/debatte/kommentare/article250768428/Ostern-und-Kirche-Predigten-wie-aus-dem-Gartencenter.html
Die evangelische Kirche sitzt in der Moralfalle. Eigentlich müsste die Missbrauchskatastrophe das Ende einer evangelischen Kirche sein, deren einziges Erkennungsmerkmal es ist, moralisches Heldentum zu verkündigen. Denn wer die Monstranz des Moralisierens unbeirrbar vor sich her trägt, wird an nichts anderem als am eigenen moralischen Anspruch und am eigenen moralischen Verhalten gemessen. — Lesen Sie hier meinen Gastbeitrag zum kirchlichen Missbrauchsskandal …
Ich träume von einer evangelischen Kirche, in der es keine Rolle spielt, welche Rolle man spielt, wie bio und fair, wie klimasensibel und klimaengagiert, wie woke und divers man ist und wen man liebt. Ich träume von einer Kirche wirklich freier Christenmenschen. — Lesen Sie hier meinen Gastbeitrag in der WELT zum Reformationstag!








