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„Die Auferstehung Jesu ändert alles.“ – Ein Osterinterview

IDEA: „Herr Professor Frisch, was gehört in eine gute Osterpredigt?“ Ralf Frisch: „Selbstverständlich die Botschaft, dass die Auferstehung der Toten alles ändert und die Trostlosigkeit unserer Existenz zum Licht wendet. Das gehört nicht nur in eine gute Osterpredigt, sondern in jede Beerdigungspredigt. Der Osterglaube bewährt sich an offenen Gräbern.“ Lesen Sie im aktuellen IDEA-Magazin und auf idea.de mein Osterinterview. Hier können Sie …

Auch ein Adieu – Habermas und das „Oben-ohne-Christentum“

Auf seine alten Tage hat Jürgen Habermas mehr denn je den Mehrwert des christlichen Glaubens gegen dessen verdünnisierte Selbstsäkularisierungen und post- oder neotheologische Versuchungen verteidigt und sich dabei an seinen Lehrer Theodor W. Adorno erinnert, der eine von Transzendenz entkernte Theologie als Theologie „oben ohne“ bezeichnete. Und zwar deshalb, weil sie keinen Gott, sondern nur noch einen leeren Himmel über sich hat …

Mein Essay für DIE WELT am Heiligen Abend: Weihnachten, das antisäkulare Fest

Alle Jahre wieder will es mir scheinen, als bemächtige sich eine Art Weihnachtsdämon der theologischen Zunft, die in der Zeit vor dem Heiligen Abend über ihren Predigten sitzt. Dieser Weihnachtsdämon hat einen Namen. Er heißt Selbstsäkularisierung und verspricht Aufmerksamkeit durch Anschluss an den entchristlichten Zeitgeist. Und weil das verführerisch ist, suchen viele Predigtschreiberinnen und Predigtschreiber ihr Heiligabendheil in der Flucht …

Erlösende Schönheit

„Äs­the­­tische Erfahrungen können Men­schen der Ahnung näherbringen, dass um sie ein Geheimnis ist und dass das, was ist und was aus der Sicht des vermeintlich gesunden Menschenverstandes und seiner anthropologischen Nichtsalseritis, aus der Sicht der exakten Naturwissen­schaften und aus der Sicht der politmoralischen Welt­sanierungsprogramme werden kann, nicht alles ist …“ – Was ästhetische Alltagsunterbrechnungs- und Weltfremdwerdungswiderfahrnisse mit dem Advent zu …

Mehr Polygamie wagen!

Am Montag, 10. November erschien auf welt.de ein Kommentar von mir zur Instinktunsicherheit – oder soll man sagen Instinktsicherheit? – der evangelischen Kirche in Sachen Selbstzerstörung. Ich finde ja, dass es schlimmer wäre, die prophetische Zeichenhandlung der Vierersegnung hätte sich in der vermeintlichen Provinz zugetragen. Also dort, wo das Herz der evangelischen Kirche schlägt. Aber Berlin, das ist vernachlässigenswert. Berlin, …

Symbol des Etwasismus?

Es ist ein Kreuz. Oder besser gesagt: es ist kein Kreuz mehr, das jüngst auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover präsentierte Logo des neuen, ab 2028 erscheinenden Gesangbuchs der EKD. Vielmehr ist es so etwas Ähnliches wie ein Kreis. Ein Kreis aus verschiedenfarbigen, voneinander durch kleine Abstände abgesetzten Segmenten. Ein bunter Kreis. So bunt wie die Kirche, der die Zukunft …

Die Geschichte des Verlierers aus Galiläa

Alle christlichen Feiertage hat das Schicksal ihrer Säkularisierung ereilt. Nur um einen einzigen macht der Zeitgeist einen großen Bogen. Der Karfreitag steht einsam und sperrig im Raum der vitalistischen Ausschlachtung des Kirchenjahres. Der Karfreitag passt nicht ins Bild. Weder ins Bild einer todesflüchtigen Kultur der Lebensintensivierung noch ins Selbstbild derjenigen, die sich spirituelle Rückenstärkung nicht vom Kreuz Jesu, sondern von Krafttraining und …

Das kleine gallische Dorf. Not, Elend und Verheißung des Protestantismus nach dem Berliner Brandmauerbrandbrief

Volkskirche ohne Volk, aber mit politischem Lehramt. – Am 28. Januar 2025 übermittelten Karl Jüsten und Anne Gidion den Mitgliedern des Deutschen Bundestags eine „Gemeinsame Stellungnahme des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin – und der Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union zum Entwurf eines Gesetzes zur Begrenzung …

Die Strahlkraft des Evangeliums: Ein Weihnachtsessay in der WELT

Heiligabendgottesdienste sind Lackmustests. Erst dann, wenn auch in ihnen gähnende Leere herrscht, ist es vorbei mit dem abendländischen Christentum. Solange die Kirchen am 24. Dezember aber aus allen Nähten platzen, ist die Welt noch in Ordnung. Oder besser gesagt: nicht in Ordnung. Sonst wäre die Sehnsucht nicht so groß, in den Gotteshäusern am Heiligen Abend etwas zu finden, was sich …

Wie stellen Sie sich das Jüngste Gericht vor?

Das Jüngste Gericht scheint mega-out. Dabei ist es allgegenwärtig. Die Sehnsucht nach Verurteilung und die Angst davor kann in der Zeit Martin Luthers nicht größer gewesen sein als heute. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass von Gnade und Barmherzigkeit in einer säkularen Welt weit und breit nichts zu sehen und zu hören ist … Ich habe zu diesem Thema einen Gastkommentar …