„Die Reformatoren des sechzehnten Jahrhunderts gelangten zur Einsicht, Gott nicht im Olymp überweltlicher Herrlichkeit und in einer triumphal jenseitigen Sprache, sondern nur stammelnd, klagend, tastend und im dunklen und zerstörten Bild des gekreuzigten Christus finden zu können. Alberto Giacometti, der Reformator der Kunst, ist gewissermassen ihr Seelenverwandter. Er stellte sich unter das Kreuz der Kunst, nahm sein Kreuz auf sich …
Veröffentlichungen
Mir geht es manchmal ein wenig wie dem französischen Schriftsteller Michel Houellebecq. Der sagte vor kurzem bei seinem Auftritt auf dem Monte Verità, er habe sich immer gewünscht, einen Roman mit Happy End zu schreiben, nur sei ihm das leider bislang nicht gelungen. Ich selbst würde es so sagen: Weil mir das Happy End nicht gegeben ist und weil kein …
IDEA: „Herr Professor Frisch, was gehört in eine gute Osterpredigt?“ Ralf Frisch: „Selbstverständlich die Botschaft, dass die Auferstehung der Toten alles ändert und die Trostlosigkeit unserer Existenz zum Licht wendet. Das gehört nicht nur in eine gute Osterpredigt, sondern in jede Beerdigungspredigt. Der Osterglaube bewährt sich an offenen Gräbern.“ Lesen Sie im aktuellen IDEA-Magazin und auf idea.de mein Osterinterview. Hier können Sie …
Auf seine alten Tage hat Jürgen Habermas mehr denn je den Mehrwert des christlichen Glaubens gegen dessen verdünnisierte Selbstsäkularisierungen und post- oder neotheologische Versuchungen verteidigt und sich dabei an seinen Lehrer Theodor W. Adorno erinnert, der eine von Transzendenz entkernte Theologie als Theologie „oben ohne“ bezeichnete. Und zwar deshalb, weil sie keinen Gott, sondern nur noch einen leeren Himmel über sich hat …
Ich bin trotz aller Frühlingsgefühle traurig. Und zwar deshalb, weil ich fürchte, dass es aus ist mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Okay, das ist nichts Neues. Ich habe schon früher solche oder ähnliche Sätze geschrieben. Aber jetzt weiß ich es sicher – und zwar aus berufenen Mündern. Und das macht mich traurig. Aus ist es nicht deshalb, weil der …
In Kürze sind meine Sonntagsblatt-Kolumnen sowie meine Gastbeiträge für DIE WELT und für zeitzeichen.net auch in gesammelter Form erhältlich – sprich: als Buch unter dem hoffentlich appetitanregenden Titel „Mehr Opium fürs Volk“. Auf der Website des Claudius-Verlags, in dem das Buch Anfang März erscheint, heißt es darüber: „Ob es um ganz alltägliche Dinge wie das Smartphone neben dem Kopfkissen oder …
Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden und den Blick über sich selbst hinaus weiten, um wirklich Kirche für andere zu sein und Neuaufbrüche zu eröffnen. Der Unterschied von Kirche und Nicht-Kirche müsse überwunden werden. Applaus. Ich biss mir auf die Zunge, was mir bekanntlich schwer genug fällt, und dachte: „Diese Nonchalance, …
„Selten hat mich ein theologisches Buch so elektrisiert wie das von Ralf Frisch. Es wird nicht verstauben. Es ist großartig geschrieben, kommt ein wenig feuilletonistisch daher und ist trotzdem ein Fachbuch. Wer es allerdings vorzieht, in vorgefertigten Erwartungskorridoren zu denken, sollte dieses Buch meiden. Es ist kein Buch für die Vorsichtigen.“ – So Andreas Main, Redakteur „Religion und Gesellschaft“ im …
Sind Notaufnahmen von Krankenhäusern die idealen Orte, um sich Gedanken über Gott und die Welt und über die Herkunft und Zukunft des Menschen zu machen? Am Abend des ersten Sonntags nach Epiphanias konnte ich jedenfalls nicht anders. Aber lesen Sie selbst. Und zwar hier.
An der Positionierung zur Gottesfrage entscheidet sich nicht etwa, ob jemand ewiggestrig oder weltoffen ist. Die Gottesfrage ist die eigentliche Frage unserer Zeit. – Eine fesselnde und mitunter tollkühne Auseinandersetzung mit den Grenzfragen des Menschseins. Ein verwegenes Plädoyer für die ungeheuerliche Hoffnung, es könnte vielleicht doch wahr sein, dass es Gott gibt. Eine große, literarisch faszinierende Gegenerzählung zu den metaphysisch hoffnungslosen …









