Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden und den Blick über sich selbst hinaus weiten, um wirklich Kirche für andere zu sein und Neuaufbrüche zu eröffnen. Der Unterschied von Kirche und Nicht-Kirche müsse überwunden werden. Applaus. Ich biss mir auf die Zunge, was mir bekanntlich schwer genug fällt, und dachte: „Diese Nonchalance, mit der aus der Not des erwartbaren Endes der empirischen evangelischen Volkskirche nördlich der Alpen die Tugend der Entgrenzung des Christentums hin zu einer säkularen humanistischen Menschheitsreligion gemacht wird, ist schon beachtlich.“ – Lesen Sie hier meine neue Sonntagsblattkolumne über die Holzwege der Selbstsäkularisierung, die keine Königswege sind.