Alle Jahre wieder will es mir scheinen, als bemächtige sich eine Art Weihnachtsdämon der theologischen Zunft, die in der Zeit vor dem Heiligen Abend über ihren Predigten sitzt. Dieser Weihnachtsdämon hat einen Namen. Er heißt Selbstsäkularisierung und verspricht Aufmerksamkeit durch Anschluss an den entchristlichten Zeitgeist. Und weil das verführerisch ist, suchen viele Predigtschreiberinnen und Predigtschreiber ihr Heiligabendheil in der Flucht …
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„Ästhetische Erfahrungen können Menschen der Ahnung näherbringen, dass um sie ein Geheimnis ist und dass das, was ist und was aus der Sicht des vermeintlich gesunden Menschenverstandes und seiner anthropologischen Nichtsalseritis, aus der Sicht der exakten Naturwissenschaften und aus der Sicht der politmoralischen Weltsanierungsprogramme werden kann, nicht alles ist …“ – Was ästhetische Alltagsunterbrechnungs- und Weltfremdwerdungswiderfahrnisse mit dem Advent zu …
Am Montag, 10. November erschien auf welt.de ein Kommentar von mir zur Instinktunsicherheit – oder soll man sagen Instinktsicherheit? – der evangelischen Kirche in Sachen Selbstzerstörung. Ich finde ja, dass es schlimmer wäre, die prophetische Zeichenhandlung der Vierersegnung hätte sich in der vermeintlichen Provinz zugetragen. Also dort, wo das Herz der evangelischen Kirche schlägt. Aber Berlin, das ist vernachlässigenswert. Berlin, …
Es ist ein Kreuz. Oder besser gesagt: es ist kein Kreuz mehr, das jüngst auf dem Evangelischen Kirchentag in Hannover präsentierte Logo des neuen, ab 2028 erscheinenden Gesangbuchs der EKD. Vielmehr ist es so etwas Ähnliches wie ein Kreis. Ein Kreis aus verschiedenfarbigen, voneinander durch kleine Abstände abgesetzten Segmenten. Ein bunter Kreis. So bunt wie die Kirche, der die Zukunft …
Alle christlichen Feiertage hat das Schicksal ihrer Säkularisierung ereilt. Nur um einen einzigen macht der Zeitgeist einen großen Bogen. Der Karfreitag steht einsam und sperrig im Raum der vitalistischen Ausschlachtung des Kirchenjahres. Der Karfreitag passt nicht ins Bild. Weder ins Bild einer todesflüchtigen Kultur der Lebensintensivierung noch ins Selbstbild derjenigen, die sich spirituelle Rückenstärkung nicht vom Kreuz Jesu, sondern von Krafttraining und …
Volkskirche ohne Volk, aber mit politischem Lehramt. – Am 28. Januar 2025 übermittelten Karl Jüsten und Anne Gidion den Mitgliedern des Deutschen Bundestags eine „Gemeinsame Stellungnahme des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin – und der Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union zum Entwurf eines Gesetzes zur Begrenzung …
Heiligabendgottesdienste sind Lackmustests. Erst dann, wenn auch in ihnen gähnende Leere herrscht, ist es vorbei mit dem abendländischen Christentum. Solange die Kirchen am 24. Dezember aber aus allen Nähten platzen, ist die Welt noch in Ordnung. Oder besser gesagt: nicht in Ordnung. Sonst wäre die Sehnsucht nicht so groß, in den Gotteshäusern am Heiligen Abend etwas zu finden, was sich …
Das Jüngste Gericht scheint mega-out. Dabei ist es allgegenwärtig. Die Sehnsucht nach Verurteilung und die Angst davor kann in der Zeit Martin Luthers nicht größer gewesen sein als heute. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass von Gnade und Barmherzigkeit in einer säkularen Welt weit und breit nichts zu sehen und zu hören ist … Ich habe zu diesem Thema einen Gastkommentar …
Es war einmal: Nach Auschwitz Der neuzeitliche Judenhass hat sich ein besonders infames Versteck gesucht. Seit dem 7. Oktober baut er seine Tunnel mitten unter den Menschenrechten. Oder anders gesagt: unter dem Deckmantel der Menschenrechte und im Outfit der Irsaelkritik ist der Antisemitismus salonfähig geworden. Als woker postkolonialistischer Antisemitismus ist er en vogue. Ja noch mehr: das Undenkbare und Unsägliche …
Die Frage, was wir als Christen heute zu sagen haben, sollte im theologischen Studium eindringlicher denn je gestellt werden. Ralf Frisch sagt in den nachrichten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, warum.









