Das Erntedankfest erinnert daran, dass uns die Schöpfung geschenkt ist. Aber es erinnert eben auch daran, dass wir in der Schöpfung nur überleben können, wenn wir die Schöpfung schöpferisch und schöpfungsdienlich bebauen und ihrer Schattenseiten Herr werden. Und natürlich erinnert es die irdischen Schöpfer auch daran, wie leicht die Schöpfung durch ihre Schöpfungen aus dem Gleichgewicht geraten kann. Wenn das …
Veröffentlichungen
Wie kommt es eigentlich, dass die evangelische Kirche auf dem linken Auge blind ist? Wie kommt es, dass das Adjektiv „politisch“ in ihren Plädoyers für ein politisches Christsein problemlos durch das Adjektiv „links“ ersetzt werden könnte? Wie kommt es, dass nicht nur im nichtkirchlichen Raum, sondern auch in Kirche und Theologie die Linkenverharmlosung wie geschmiert funktioniert – allen Gulags, allem …
Sollen, dürfen, müssen Theologinnen und Theologen negativ über die evangelische Kirche reden? Oder geht das gar nicht, weil es ein Ausdruck von Nestbeschmutzung, ein Zeichen von Illoyalität und überdies theologische Beihilfe zur Verschärfung der Kirchenkrise wäre? — IDEA hat mich genau zu dieser Frage um einen Beitrag für die Rubrik „Pro und Contra“ gebeten. Hier können Sie meine Position und …
Wenn die evangelische Kirche wirklich ihrem Namen Ehre machen würde, müsste sie eigentlich ein Ort sein, an dem die Logiken des politmoralistischen Circus Maximus und seiner erbarmungslosen Verurteilung vermeintlich falsch Andersdenkender, Andersglaubender und Anderslebender nicht mehr greifen. Sie müsste vielmehr ein weiter und weitherziger Raum sein, in dem nicht nur Gleichdenkende und Gleichglaubende, Gute und Reine Platz haben. — Lesen …
Die Kirche sollte ein Raum sein, in dem die Spielregel, dass jede politische Karte jede theologische Karte sticht, nicht gilt. Sie sollte ein Raum sein, in dem die Politik nicht das letzte Wort hat und nicht die letzte und allesentscheidende Wahrheit ist. Ein Raum, in dem auch politisches Engagement möglich und sinnvoll ist, in dem Menschen aber nicht an ihren …
„Ich oute mich an dieser Stelle und gestehe, dass auch ich mich als Student mit Xenophilos infiziert habe. Man muss dazu wissen, dass es vor dreißig Jahren in gewissen geisteswissenschaftlichen Milieus sexy war, sich mit der Lektüre der französischen Theoretiker des Poststrukturalismus zu schmücken. Und so trug auch ich mit Foucault, Derrida, Lyotard und Lévinas so dick auf, als wären …
Auf ref.ch, der Website mit den „News der Reformierten“, schreibt Heimito Nollé über mein Giacometti-Buch „Der Kampf mit dem Engel“. Hier geht es zum Artikel!
Am Freitag, 4. September 2026 um 20 Uhr stellte ich im Centro Giacometti in Stampa im Bergell mein Buch „Der Kampf mit dem Engel“ vor. Auf der Website des Centro Giacometti finden Sie Informationen und Impressionen über einen Abend, an dem es um die Kunst Alberto Giacomettis, um Leben und Tod und um mehr, nämlich um die Suche nach Wahrheit …
In Oberfranken läuft derzeit die Kirchweihsaison auf Hochtouren. Ich habe mich anlässlich dieser berauschenden fünften Jahreszeit zu einer Liebeserklärung an einen meiner Lieblingsorte hinreißen lassen. Aber natürlich geht es wieder einmal um viel mehr. Es geht um die Frage, wo wir, die heimatlos Vergänglichen, wirklich zu Hause sind. Lesen Sie hier meine neue Sonntagsblattkolumne.
Die bittere Ironie der deutschen Reformationsgeschichte besteht darin, dass ausgerechnet die evangelische Kirche gegenwärtig immer schwerer der von den Reformatoren kritisierten katholischen Versuchung widerstehen kann, moralerwartungskonforme Regelbefolgung für den einzig wahren und einzig akzeptanzgarantierenden Heilsweg zu halten. Zumal in der Epoche des Anthropozän, in der auch im Raum der Religion nurdas als wirklich gilt, was vom Menschen gemacht, bewerkstelligt, geregelt, …









