Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden und den Blick über sich selbst hinaus weiten, um wirklich Kirche für andere zu sein und Neuaufbrüche zu eröffnen. Der Unterschied von Kirche und Nicht-Kirche müsse überwunden werden. Applaus. Ich biss mir auf die Zunge, was mir bekanntlich schwer genug fällt, und dachte: „Diese Nonchalance, …
Veröffentlichungen
„Selten hat mich ein theologisches Buch so elektrisiert wie das von Ralf Frisch. Es wird nicht verstauben. Es ist großartig geschrieben, kommt ein wenig feuilletonistisch daher und ist trotzdem ein Fachbuch. Wer es allerdings vorzieht, in vorgefertigten Erwartungskorridoren zu denken, sollte dieses Buch meiden. Es ist kein Buch für die Vorsichtigen.“ – So Andreas Main, Redakteur „Religion und Gesellschaft“ im …
Sind Notaufnahmen von Krankenhäusern die idealen Orte, um sich Gedanken über Gott und die Welt und über die Herkunft und Zukunft des Menschen zu machen? Am Abend des ersten Sonntags nach Epiphanias konnte ich jedenfalls nicht anders. Aber lesen Sie selbst. Und zwar hier.
An der Positionierung zur Gottesfrage entscheidet sich nicht etwa, ob jemand ewiggestrig oder weltoffen ist. Die Gottesfrage ist die eigentliche Frage unserer Zeit. – Eine fesselnde und mitunter tollkühne Auseinandersetzung mit den Grenzfragen des Menschseins. Ein verwegenes Plädoyer für die ungeheuerliche Hoffnung, es könnte vielleicht doch wahr sein, dass es Gott gibt. Eine große, literarisch faszinierende Gegenerzählung zu den metaphysisch hoffnungslosen …
Alle Jahre wieder will es mir scheinen, als bemächtige sich eine Art Weihnachtsdämon der theologischen Zunft, die in der Zeit vor dem Heiligen Abend über ihren Predigten sitzt. Dieser Weihnachtsdämon hat einen Namen. Er heißt Selbstsäkularisierung und verspricht Aufmerksamkeit durch Anschluss an den entchristlichten Zeitgeist. Und weil das verführerisch ist, suchen viele Predigtschreiberinnen und Predigtschreiber ihr Heiligabendheil in der Flucht …
Es begab sich aber zu der Zeit, dass die neunjährige Anna ausersehen wurde, im Weihnachtskrippenspiel ihres Dorfes eine Rolle zu spielen, um die sie alle beneideten. Sie, nicht etwa ihre seltsame Nachbarin und Nichtfreundin Heidi, durfte das Hirtenmädchen sein und in der Heiligen Nacht an der Krippe des Jesuskindes Flöte spielen. Und zwar ihr Lieblingslied, das ja vielleicht auch das …
„Vielleicht werde ich morgen endlich einen Kopf so machen können, wie ich ihn sehe!“ Diese Hoffnung war Alberto Giacomettis Lebenselixier. Tagtäglich kämpfte er in seinem Atelier mit dem Engel der Wirklichkeit und erschuf Skulpturen und Porträts von atemberaubender Präsenz. Giacomettis Geschöpfe wirken wie Wesen aus einer anderen Welt. Niemand, der diese Gestalten sieht, kann sich ihrer Faszination entziehen. Denn in …
Friedhöfe sind ideale Szenerien für Geisterstunden. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht. Ausgerechnet am Abend des ersten Advents ging für mich wieder einmal die Welt und die Kirche unter. Gottseidank nicht ganz. Meine Sonntagsblattkolumne zum Advent können Sie hier lesen.
Ich lese in diesem Buch Karl Barths „Kirchliche Dogmatik“ als theologische Science Fiction – und ich beginne damit, indem ich mich in einem Biergarten sitzend frage, welche Theologie den Nerv unserer Zeit trifft. Zweifellos ist es diejenige Theologie, die derzeit „mega-out“ scheint: die Theologie Karl Barths. Hier geht es zur Website des Theologischen Verlags Zürich.
Religionsloses Christentum, Kirche für andere, Leben ohne Gott – reagiert Bonhoeffer mit diesen Ideen visionär und zukunftseröffnend auf die kirchlichen und theologischen Herausforderungen seiner Zeit oder legt er damit Hand an die Substanz des christlichen Glaubens? Ich fürchte, Letzteres – und weil ich das fürchte, verwickle ich den atheistischen Bonhoeffer in einen Diskurs mit dem frommen Bonhoeffer. Welcher unheimliche Dritte …









